Die Festung von Nizwa, © Judith Lang

Go Digital: Eine Reise in den Oman

 

Marhaba! Herzlich willkommen im Oman!

Das Sultanat auf der arabischen Halbinsel erfrischt mit Offenheit und Toleranz. Sultan Qaboos hat das Land in den letzten Jahrzehnten entscheidend geprägt und ihm zum heutigen Wohlstand verholfen. Schick und modern präsentiert sich der Oman und doch liegt ein Schleier über dem Land, der uns in eine märchenhafte Szenerie versetzt. Die riesigen Sanddünen in den Wahiba Sands, geschichtsträchtige Oasenstädte wie Nizwa und Bahla, beeindruckende Lehmbauten in der Wüste und orientalische Märkte entführen uns in das Morgenland, das man aus biblischen Erzählungen und Märchen kennt. Zum Kaffee werden süße Datteln gereicht, Palmen säumen mit türkisblauem Wasser gefüllte Wadis und in den Souks ist ein Hauch von Weihrauchduft auszumachen.

Die Festung von Nizwa, © Judith Lang
Festung von Nizwa, Oman

© Judith Lang

Muslim betet in Moschee, Oman, © Pixabay FG sharonang
Muslim betet in Moschee, Oman

© Pixabay FG sharonang

Wadi Bani Khalid in Oman, © Judith Lang
Wadi Bani Khalid, Oman

© Judith Lang

orientalisch verzierte Kaffeetasse, © Istockphoto.com©Roxiller
Kaffee, orientalisch

© Istockphoto.com©Roxiller

Jeeps in der Wahiba Sands, Oman, © Judith Lang
Jeeps in der Wahiba Sands, Oman

© Judith Lang

Traditionelle Dhau Schiffe im Hafen von Muskat, Oman, © Judith Lang
traditionelle Dhau Schiffe im Hafen von Muskat, Oman

© Judith Lang

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Sultan-Qaboos-Moschee, Oman, © Bayerisches Pilgerbüro
Sultan-Qaboos-Moschee, Oman

© Bayerisches Pilgerbüro

Lehmhäuser im Oman, © Judith Lang
Lehmhäuser im Oman

© Judith Lang

Minarett der Moschee Mutrah Muscat, Oman, © Judith Lang
Minarett der Moschee Mutrah Muscat, Oman

© Judith Lang

Weihrauch, Oman, © Pixabay FG falco
Weihrauch, Oman

© Pixabay FG falco

Weihrauchbusch in der Wüste, Oman, © Pixabay FG falco
Weihrauchbusch in der Wüste, Oman

© Pixabay FG falco

Weihrauch – das Wüstengold aus dem Oman

Wir kennen den Weihrauch aus der christlichen Liturgie - feierlich wird das Weihrauchfass geschwenkt während Duftschwaden den Raum der Kirche erfüllen. Aber auch in anderen Religionen und Kulturen wird Weihrauch zu rituellen und medizinischen Zwecken sowie zur Abwehr von Unglück eingesetzt, so auch im Oman.

Schon seit Jahrtausenden ist Weihrauch ein hoch geschätztes Gut. Wir erinnern uns an Caspar, Melchior und Balthasar, den Weisen aus dem Morgenland, die neben Gold und Myrrhe auch Weihrauch brachten, um die Geburt Jesu zu ehren. Die biblische Erzählung lässt erahnen wie wertvoll Weihrauch zu diesen Zeiten war. In der Antike war der Wert von Weihrauch vergleichbar mit dem von Gold und hatte in Südarabien einen ähnlichen Stellenwert wie heute das Erdöl. Aber nicht nur in Südarabien war das kostbare Wüstengold begehrt – über die Weihrauchstraße, eine Karawanenstraße der Antike, die von der arabischen Halbinsel nach Europa führte, gelangte der Weihrauch auch zu uns.

Im Oman gibt es eine Gegend, die besonders bekannt ist für die Weihrauchgewinnung – die karge Wüstenlandschaft von Dhofar, ganz im Süden des Landes. Hier wachsen Weihrauchbüsche, die eine Höhe von bis zu drei Metern erreichen.

Um an das kostbare Harz des Baumes zu gelangen wird die Rinde des Weihrauchbusches stellenweise entfernt und mehrere Monate lang immer wieder mit einem Messer angeschnitten. Denn Weihrauch ist das Harz, das aus Weihrauchbüschen gewonnen wird. Das flüssige Harz des Weihrauchbusches tritt aus und wird nach einigen Wochen, wenn das Harz ausgehärtet ist abgekratzt. Auf diese Weise werden in der omanischen Region Dhofar jährlich bis zu 7.000 Tonnen Weihrauch gewonnen.  Kein Wunder, dass der Oman auch das Land des Weihrauchs genannt wird!

Weihrauchpralinen aus Altötting

Nein, nach Oman reisen können wir derzeit nicht, doch wir verraten Ihnen wo Sie, völlig ohne Grenzüberschreitung, ein Stückchen Oman in ganz ungewöhnlicher Form genießen können. Und wir garantieren Ihnen, dieses kleine Stückchen Oman geht durch den Magen! Und das auch im ganz wortwörtlichem Sinne, denn der Inhaber der Confiserie Dengel in Altötting hatte eine geniale Idee und hat den omanischen Weihrauch in eine Praline verpackt: eine köstliche Komposition aus Sahnetrüffel, Organgenlikör und einem Hauch von Weihrauch, umhüllt von feiner Zartbitterschokolade. Probieren Sie die Weihrauchpraline und lassen Sie Ihre Sinne in den fernen Osten wandern!

Hier geht´s zur Confiserie Dengel

 

 

Aflaj (Pl. Falaj) - das Wasserverteilungssystem des Omans, UNESCO Weltkulturerbe

So faszinierend die riesigen Dünen der Wahiba Sands, oder die bizarre Landschaft der Steinwüste im Süden des Landes sind: ein Land, das so sehr von Trockenheit geprägt ist steht vor enormen Herausforderungen, denn Süßwasser ist im Oman ein extrem knappes Gut. Umso faszinierender ist das Wasserverteilungssystem im Oman, Aflaj genannt, das den Omanis vor Jahrtausenden wie heute das Überleben sichert.

Vermutlich waren es die Perser, die vor ca. 2.500 Jahren die Aflaj im Oman in seinen Ursprüngen einführten. Die Omanis feilten sie zu einem ausgeklügelten System aus, das gänzlich ohne technische Hilfsmittel auskommt und auch heute noch einen großen Teil des Landes mit Süßwasser versorgt.

Kilometerlange Steinrinnen leiten das frische Süßwasser aus den wenigen Quellen und Wadis in die Dörfer. Es ist faszinierend, mit welcher Einfachheit einst ein ganzes Land versorgt werden konnte. Nur über das Gefälle und ohne technische Hilfsmittel wird das Wasser durch die Rinnen gelenkt, mal über, mal unter der Erde. Sofern es die Gegebenheiten zulassen, führen die Aflaj immer an der Moschee des Dorfes vorbei, damit die Gläubigen vor dem Beten ihre rituellen Waschungen vollziehen können. An welcher Stelle des Falaj rituelle Waschungen erlaubt sind, wo Trinkwasser geschöpft, Wäsche gewaschen oder gebadet werden darf ist streng geregelt. Am oberen Lauf wird z.B. nur Trinkwasser geschöpft, während weiter unten gebadet werden darf, bevor mit dem Wasser anschließend die Felder gewässert werden.

Jeder Omani besitzt ein vererbbares Wasserrecht das je nach Familiengröße entweder kleiner, oder größer ausfällt. Das hat der Waquil im Blick – der Waquil, eine eigens dafür ernannte Person, trägt die Verantwortung für die korrekte Wasserverteilung in einem Dorf und genießt höchstes Ansehen. Er öffnet die Schleusen für den jeweiligen Haushalt zu ganz bestimmten Zeiten. Hierfür macht er sich astronomische Regeln zu nutze, mit Hilfe derer er abliest, wann welche Schleuse geöffnet werden muss. Die Regeln nach denen die Aflaj bedient werden, sind nicht festgeschrieben sondern werden von Generation zu Generation mündlich weitergegeben.

Das Wasserverteilungssystem in Oman ist eines der ältesten der Welt und versorgt noch heute in etwa ein Drittel der Omanis mit Wasser einer ausgezeichneten Qualität.

 

Die Kostbarkeit von Wasser:

Im Oman gilt Wasser als ein Statussymbol. Nicht nur die Waquil genießen in ihrem Dorf höchstes Ansehen - besitzt man im Oman viele Wasserrechte gilt man als wohlhabend.

 

Kostbarer Wassertropfen, © Pixabay FG  ronymichaud

Die Dattelpalme – ein Geschenk der Natur

In einem Wüstenstaat wie dem Oman, der zu ca. 80% aus Wüste besteht, sind Pflanzen eines der kostbarsten Geschenke an den Menschen. „Die Dattelpalme muss mit dem Fuß im Wasser und mit dem Kopf in den Flammen stehen“, so lautet ein arabisches Sprichwort. Viele Sonnenstunden und die Aflaj die dafür sorgen, dass der Fuß der Palme „im Wasser steht“ bringen beste Bedingungen dafür und so wachsen im Oman ca. 8 Millionen Dattelpalmen.

Die Dattelpalme ist nicht nur ein herrlicher Schattenspender, auch Früchte, Blätter und Stämme können genutzt werden. Die Früchte der Dattelpalme werden im Oman zum Kaffee gereicht: zuerst wird ein Stück Dattel abgebissen, bevor man einen Schluck Kaffee nimmt, der so von einer wunderbaren süß-karamelligen Note getränkt wird.

Die Blätter der Dattelpalmen werden z.B. zum Flechten von Körben verwendet und die Fasern des Stammes eignen sich zur Herstellung von Seilen, auch das Holz alter Dattelpalmen findet in Oman als Rohstoff für den Hausbau Verwendung.

Doch die Dattelpalme hat auch eine religiöse Bedeutung, so ist sie im Koran, die am häufigsten erwähnte Pflanze. Im Ramadan z.B. wird das Fasten nach Sonnenuntergang mit Datteln gebrochen, denn im Koran heißt es: „Brich Dein Fasten, indem Du Datteln isst, denn sie sind reinigend” (Sure 2, Verse 184 und 185).

 

Dattelfrüchte an der Palme, © Pixabay FG LoggaWiggler
Dattelfrüchte an der Palme

© Pixabay FG LoggaWiggler

Früchte der Dattelpalme, Oman, © Pixabay FG Simon
Früchte der Dattelpalme, Oman

© Pixabay FG Simon

getrocknete Dattelfrüchte, © Pixabay FG jackmac34
getrocknete Dattelfrüchte

© Pixabay FG jackmac34

Wussten Sie, dass...

die Dattelpalme im Oman auch bei der Feindesabwehr eine Rolle im Oman spielte?

So süß und köstlich der Sirup, der aus Datteln gewonnen wird auch ist. Die Omanis haben diesen früher auch als Waffe gegen Feinde eingesetzt. So wurden Angreifer von den Omanis mit heißem Dattelsirup übergossen, um sie so außer Gefecht zu setzen.